Sonntag, 16. Juli 2017


Krimilesung bei „Wein und Kultur“



Seit mehr als 10 Jahren besteht schon die Veranstaltungsreihe „Wein und Kultur“ von Ulrike und Ulrich Bachmann in Eltville am Rhein. Um das Thema Wein werden die verschiedensten Themen, wie Weinherstellung, Winzer, Musik, Gesang, Schauspiel, Speisen und interessante Gespräche gerankt. Und immer bekommt man neues über Weingüter, Winzer und Weinsorten sachkundig erläutert. Meist finden die Veranstaltungen über den Dächern von Eltville in der Gutenbergstraße statt.

Ergänzt wurde die Reihe vor einigen Jahren mit Literaturlesungen, die sich im Schwerpunkt mit Krimis beschäftigen. Dieser Veranstaltungsreigen findet vorrangig in Weingütern statt. Hier sehen wir einen Vortragenden, der auf der Weinkiste sitzend noch ein paar Bücher zum Zitieren mitgenommen hat. 

Diese wunderschöne Figur ist nach dem Spitzweg Gemälde der Antiquar empfunden worden und passt natürlich eigentlich in die Biedermeierzeit, zu der man in Eltville mit dem Biedermeierverein eine besondere Beziehung hat.

Richard von Greiffenklau zu Vollrads(* 1467 in Schloss Vollrads bei Oestrich-Winkel; † 13. März 1531 in Schloss Ottenstein bei Wittlich)


Das alte Adelsgeschlecht der  Greiffenklaus aus Vollrads ist im Rheingau wohl bekannt. In den Adelsfamilien machten in jener Zeit in jeder Generation auch  Söhne in der Kirche Karriere. So auch Richard als vierter Sohn des Vizedoms des Rheingaus Johann von Greiffenklau zu Vollrads und  Klara von Ratsamhausen.  
Schon mit 20 Jahren wurde er nach einer fünfjähriger Ausbildung Domkapitular in Trier, begann im Folgejahr Studien in Paris und erhielt schon 1503 das Amt des Kantors im Trierer Dom und wurde Kanoniker in Mainz. Dass er schon am 15. Mai 1511 von Papst Julius II zum Erzbischof von Trier ernannt wurde, zeugt von seinen Fähigkeiten. Seine Amtseinführung erfolgte erst ein Jahr später. In Trier war wie in Köln und Mainz mit dem Bischofsamt die Kurwürde verbunden.

Einige über ihn vermerkte Taten: 1512 ließ er den Südwestturm des Domes aufstocken, weil der Turm der Pfarrkirche St. Gangolf die Domtürme überragte; er führte Reformen im Gerichtswesen durch; er verfügte, vertriebene Juden wieder ins Land zu lassen.

Als Kürfürst war er einer der sieben Wahlmänner der Kaiserwahl. Bei der 1519 in Frankfurt anstehenden Wahl entschied er sich für Franz I. von Frankreich, nachdem er wie damals üblich Subsidien erhalten hatte, das empfand man nicht als ungesetzlich. Es wurde aber Karl V gewählt. Als dieser 1521 auf dem Reichstag zu Worms Luther zum Widerruf seiner Thesen drängte, soll auch Richard ihn erfolglos dazu bedrängt haben, nicht ohne ihm Schutz und Unterkunft zu bieten.

Die Reformation blieb in seinem Herrschaftsgebiet ohne Bedeutung. Alleine der Ritter Franz von Sickingen, der ein Unterstützer der Reformation war, versuchte Trier zu erobern. Im Gegenfeldzug verlor dieser dann 1523 sein Leben. Der Ausbau der Festung Ehrenbreitstein geht auf Richard zurück. Dort ließ er auch eine besonders große, 9 Tonnen schwere  Kanone installieren, die „Greif“, sie war die schwerste Kanone ihrer Zeit.


Dienstag, 11. April 2017


Walpurgisnacht im Rheingau

Wie so manches christliches Fest, so hat auch die Walpurgisfeier ihren Ursprung  in einem heidnischen Brauch. Die Germanen trieben mit diesem Nachtfest die Dämonen des Winters aus und zeugten den Frühling. Die Hexennacht ist daher auch ein Fest der Fruchtbarkeit. Mit Masken, Feuer und Verkleidung wollte man die bösen Geister vertreiben. Das Feuer spielt im Zusammenhang mit der Walpurgisnacht eine wichtige Rolle. In Erwartung des kommenden Frühlings diente zum Beispiel das Feuerrad als Symbol für die Sonne, die die finstere Macht vertreibt. Außerdem feierte man an diesem Abend die Hochzeit des obersten Germanengottes Wotan.  



















Im Zuge der Christianisierung passt man das Fest dem neuen Glauben an und nannte es Walpurgisfest, weil es am Vorabend des Namensfestes der von Papst Hadrian II heiliggesprochenen Walburga gefeiert wurde, einer gelehrten Frau und Äbtissin eines Nonnenklosters, deren Leben in keinem Zusammenhang mit Hexen und dem Teufel stand. Sie ist ebenso Schutzpatronin der Seefahrt und gegen böse Geister.

Ein Schwerpunkt solcher Feiern war wohl der Harz. Auf dem Hexentanzplatz bei Thale versammeln sich der Sage nach  zur Walpurgisnacht die Hexen, um von dort aus auf Besen oder Mistgabeln gemeinsam zum Brocken zu fliegen, wo das eigentliche Hexenfest stattfindet. Vor dem Start rieben die Hexen ihre Fluggeräte mit der „Hexensalbe“ aus  Mutterkorn, Misteln, Bilsenkraut, Johanniskraut, Stechapfel, Tollkirsche, Schierling u.a. Nachtschattengewächsen ein. Sie bewirkte einen starken Rauschzustand, der den Damen wohl das Gefühl des Fliegens vermittelte und u.a. auch die sexuelle Phantasie anregte. Unter dem Einfluss dieses Rauschmittels kamen vermutlich die Erlebnisberichte von den Orgien mit dem Teufel zustande, wenn man um das Beltanefeuer, Maifeuer oder eigentlich Mondfeierfeuer, tanzte.



Die Verbindung zwischen der Nacht vom 30. April zum 1. Mai mit Hexen hat seinen Ursprung im Hexenglauben im Hochmittelalter. Hexen galten in der Historie als Zauberwesen, die mit Teufel und Dämonen im Bund und für Krankheiten, Tod und Katastrophen verantwortlich waren. Sie würden schwarze Messen, auch als Hexensabbat bezeichnet, abhalten, die von wilden Tänzen, obszönen Ausschweifungen und Zauberei geprägt waren. Sie waren daher gefürchtet, wurden gejagt und viele wurden Opfer der Hexenverbrennung.

Diese Feier verbreitet sich auch in andere Regionen in Deutschland, insbesondere Frauen verkleiden sich als Hexen man trägt Hexenpflanzen und einen Hexenhut. Heute sind es allerorts wahre Volksfeste. Erinnern Sie sich noch an die ausschweifenden Feste an den Hängen des Taunus. z.B. unter der Hallgartener Zange? 








Die  wunderschönen, lebhaften Figuren der Serie Walpurgisnacht zeichnete Franz Karl Mohr vor Jahrzehnten.









 

Sonntag, 19. Februar 2017


Blücher in Kaub - 31. Dezember 1813


Von seinem Frankfurter Quartier kam Feldmarschall Blücher über Wiesbaden und Langenschwalbach erst am 31. Dezember gegen 16:00 Uhr mit seinem Stab nach Kaub. Ihm wurde das Gasthaus „Zur Stadt Mannheim“ als Quartier zugewiesen. 1780 war dieses herrliche Gebäude durch den Mainzer Hof-architekten Fran Wilhelm Rabaliatti in der Metzgergasse 6 errichtet worden.    


Blücher wird gerade von dem erfolgreichen Weinhändler Daniel Klip als Hausherr begrüßt. Seine Frau schenkt Kaffee an den Husaren-Offizier  des 2. Leibhusaren-Regimentes aus. Blüchers Stabschef der schlesischen Armee, Generalleutnant Gneisenau, schaut der Begrüßung zu, vielleicht interessiert ihn auch mehr die Tochter des Hauses. Der evangelische Pfarrer, bei dem York sein Quartier hat, steht im Hintergrund.









Generalleutnant York gibt als Befehlshaber des I. preußischen Armeekorps gerade die letzten Anweisungen an den Generalmajore Wilhelm von Preußen, den neu ernannten Führer der 8. Brigade, die den Übergang durch Übersetzen mit Booten anführen wird. Ihnen schaut der Stabschef des Korps, Oberst von Zielinksi, zu. Ein Verbindungsoffizier des Garde du Corps pariert links sein Pferd; das Regiment war Teil der 4. Preußischen Armee, die bei Mannheim den Rhein überquerte. Mit dem Fernglas in der Hand gestikuliert rechts Blüchers Adjutant der Generalmajor von der Goltz, den Blücher und Gneisenau sehr schätzten. Zu ihm wendet sich ein Oberjäger der Feldjäger aus dem Stabsgefolge, er hat sich eine zu seiner Uniform nicht gehörige Feldmütze requiriert.

Im Vordergrund beglückwünscht ein Kauber Bürger einen Musketier des 2. Bataillons (rote Schulterklappen) des 14. schlesischen Landwehr-Infanterie Regimentes (gelber Kragen).




Sonntag, 5. Februar 2017


Karl der Große weist auf den Rheingau

Karl der Große (* wahrscheinlich 2. April 747 oder 748; † 28. Januar 814 in Aachen) einte ausgehend vom Fränkischen Reich Europa, wenn auch mit dem Schwert. Er besiegte die Sachsen in blutigen Kriegen,  eroberte teilweise Italien,  integrierte Bayern und das Reich der Awaren. Am 25. Dezember 800 wurde als erster westeuropäischer Herrscher seit der Antike zum Kaiser gekrönt. Schwerpunkte seiner Amtsführung waren die Christianisierung,  der Aufbau einer effektiven Verwaltung und eine umfassendes Bildungssystem (alles im Maßstab der Zeit).
Er hielt sich drei Male in der Kaiserpfalz in Ingelheim auf (768-814). Bei einem Aufenthalt soll ihm bei einem Blick auf die andere Rheinseite aufgefallen sein, dass bei Johannesberg der Schnee früher als sonst überall geschmolzen war. Er schloss daraus, dass es dort erheblich wärmer sein müsse und empfahl den Anbau von Wein.




Wir sehen hier die Porträtfigur des Kaisers auf dem Thron mit den Insignien der Macht und die Szene, in der ein einheimischer Getreuer seinem Kaiser erklärt, wie denn der Berg heiße, der schon schneelos sei. Seine Frau schaut mit Ihrer Hofdame zu, der der erste Erzbischof des neu geschaffenen Erzbistums Mainz Lullus  (755- 786) ist ebenso anwesend und ein paar Mönche aus dem Gefolge diskutieren eifrig.

Wahrscheinlicher ist aber auf Grund der Funde, dass die Römer den Weinbau mitbrachten. Im Mittelalter bauten dann die Mönche den Weinbau weiter aus. Die erste Erwähnung geht auf 1135 zurück. Schrittweise wurden immer mehr Hänge gerodet und Wein angepflanzt


 

Sonntag, 29. Januar 2017


Karneval – auch im Rheingau

Vorläufer des Karneval sind schon vor 5000 Jahren in Mesopotamien zu finden, die Römer feierten Vergleichbares. Im christlichen Glauben wurde es der Beginn der Fastenzeit als Vorbereitung auf das Osterfest. Mit der Reformation verlor sich der Karneval vor allem in den protestantischen Gegenden.  

Als zum Mainzer Erzbistum gehörig, blieb der Karneval im Rheingau erhalten und kennt in nahezu jedem Ort seine besonderen Veranstaltungen. Die größten Umzüge sind in Johannisberg, Marienthal oder Aulhausen jeweils jährlich abwechselnd und in Walluf und Kiedrich. Teilweise kommen auch Gästegruppen aus Mainz, Wiesbaden und Frankfurt am Main. Etwas Außergewöhnliches ist auch die Schnorrerrally in Kiedrich.

Ist alles vorbei, so wird in Erbach die Fastnacht beerdigt, in dem man mit Fackeln und Trommeln  wehklagend durch den Ort zieht und sie anschließend im Rhein versenkt.

Wichtig ist beim Karneval auch das Verkleiden, dass Schlüpfen in eine Rolle, in der man nicht erkannt wird, was durch die Masken noch besser verhindert wird.

Hier sehen wir zwei Karnevalisten als Papagena und Papageno.

Samstag, 7. Januar 2017


Prinz Friedrich Karl Nikolaus von Preußen
(* 20. März 1828 in Berlin; † 15. Juni 1885 in Klein Glienicke)

Der einzige Sohn des Prinzen Carl von Preußen, eines jüngeren Bruders Kaiser Wilhelms I. und der Prinzessin Marie von Sachsen-Weimar-Eisenach, der älteren Schwester der Kaiserin Augusta wurde ab 1842 vom  damalige Major und späteren Kriegsminister Albrecht Graf von Roon militärisch unterwiesen. Schon in seiner Bonner Universitätszeit bewies der Prinz Mut, als er ein Kind aus dem Rhein rettete.
1848 tat der Prinz als Hauptmann im Gefolge des Generals Friedrich Graf von Wrangel im Schleswig-Holsteinischen Krieg Dienst und zeichnete sich mehrfach durch persönlichen Mut aus. 1849 nahm er als Major im Generalstab an dem Feldzug in Baden teil und wurde in dem Gefecht bei Wiesenthal an der Spitze einer Husarenschwadron schwer verwundet. In den Friedenszeiten  widmete er sich militärwissenschaftlichen  Studien, aus denen viele Reformvorschläge abgeleitet wurden, die er als Kommandierender General des III. Armee-Korps (seit 1860) selbst umsetzte.

1864 erhielt der Prinz, inzwischen zum General der Kavallerie befördert, den Oberbefehl über die preußischen Truppen in Schleswig-Holstein und leitet im Krieg mehrere Schlachten, unter anderem die bei den Düppeler Schanzen, sehr erfolgreich .
1866 wurde Friedrich Karl zum Oberbefehlshaber der ersten Armee (II., III. und IV. Korps) ernannt. Aus der Oberlausitz in Böhmen eingerückt, band er bei Königgrätz  in hartnäckigem Kampf den numerisch überlegenen Gegner frontal so lange, bis der Kronprinz Friedrich Wilhelm in der linken und General Eberhard Herwarth von Bittenfeld in der rechten Flanke den Gegner angriffen.

Im Deutsch-Französischen Krieg mit dem Oberkommando über die zweite deutsche Armee betraut, führte er teilweise entscheidende Angriffe  bei Mars-la-Tour, Metz, Gravelotte, St.-Privat, an der Loire und Le Mans.
Nach dem Krieg wurde Friedrich Karl zum Generalinspekteur der III. Armeeinspektion und zum Inspektor der Kavallerie der Preußischen Armee ernannt. Zar Alexander II. ernannte ihn zum russischen Feldmarschall. Er war außerdem Chef mehrerer preußischer, russischer und österreichischer Regimenter.

Durch seinen mehrfach bewiesenen Mut, sein taktisches und strategisches Talent und seine tiefgreifenden Militärreformen war der Prinz allseits sehr geschätzt.

Ehrenbreitstein -
schützt und überwacht den Rheingau




Die Festung Ehrenbreitsein in Koblenz ist das überragende militärische Bollwerk des Mittelrheins. Als preußische Festung ging vor 1866 für den Rheingau Bedrohung aus und später bot sie der neuen Staaten-konstellation Schutz.




Als Sohn eines kursächsischen Generalmajors (Chef des Ingenieurkorps) wählte Ernst Ludwig von Aster (* 5. Oktober 1778 in Dresden; † 10. Februar 1855 in Berlin) auch zunächst den Dienst im sächsischen Ingenieurkorps (Eintritt August 1794). Mit einem Studium an der Militär-Ingenieurakademie in Dresden gut qualifiziert, entwickelte sich eine zügige Karriere. 1813 schied er als Oberstleutnant aus sächsischen Diensten aus und trat in Bautzen in den russischen Generalstab ein. Mittlerweile Oberst verfasste er als Generalstabschef eines Korps 1814 in Koblenz eine Denkschrift über die zukünftige Bedeutung von Koblenz als Großfestung innerhalb eines neuen Befestigungssystems gegen Frankreich. Mit Allerhöchster Kabinettsorder vom 6. Februar 1815 wechselte er dann in preußische Dienste über. Wenig später leitete er nun als Generalmajor (Oktober 1815) als Oberbrigadier der 3. Ingenieur-Brigade Ehrenbreitstein den Aufbau der Großfestung Koblenz, deren Kommandant er am 1. Mai 1826 wurde. Am 30. März 1827 folgte die Ernennung zum Generalleutnant.
1837 wurde Aster Chef der Ingenieure und Pioniere sowie Generalinspekteur aller preußischen Festungen und darüber hinaus Kurator der Artillerie- und Ingenieurschule.1842 zum General der Infanterie befördert, erhielt er am 30. Januar 1849 seinen erbetenen Ruhestand

Aster war einer der führenden Festungsbauingenieure in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er wirkte sich nicht nur in Koblenz aus, sondern auch in Köln, Modlin/Russland und Königsberg aus.
Hier sehen wir ihn als Generalmajor mit einem Plan der Festung Ehrenbreitstein als schöne Figur der Zinnfigurenfreunde Koblenz..